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SIG Jahresabschluss 2005 SIG Jahresabschluss 2005 Kräftiges Wachstum in den strategischen Zukunftsmärkten Rohmaterialpreise und Deutschlandgeschäft belasten Ergebnis Höchster Gewinn seit 2000; Free Cash Flow deutlich gestiegen Konzern: - Umsatzsteigerung im Kerngeschäft (Continuing) um 2 Prozent auf EUR 1 207 Mio. - EBIT des Kerngeschäfts mit EUR 67 Mio. deutlich verbessert gegenüber Vorjahr - Corporate-Kosten um beinahe die Hälfte reduziert - Gewinnsteigerung auf EUR 47 Mio. (2004: EUR – 166 Mio.) - Free Cash Flow mit EUR 60 Mio. deutlich über Vorjahr (2004: EUR 23 Mio.) - Netto-Finanzschulden weiter reduziert auf EUR 64 Mio. (2004: EUR 180 Mio.) - Erhöhte Gewinnausschüttung für 2005 in Form einer Nennwertrückzahlung von CHF 4.- (im Rahmen der zukünftig vorgesehenen Ausschüttungsquote von 30-40 Prozent) - Verkauf der italienischen Einheiten wie geplant abgeschlossen SIG Combibloc: - Weiterhin starkes Umsatzwachstum in den aufstrebenden Märkten ausserhalb Europas - Massive Preiserhöhungen beim Rohmaterial und schwaches Deutschlandgeschäft belasteten Ergebnis; erfolgreich umgesetzte Kostensenkungen konnten diese Negativeffekte nur teilweise kompensieren SIG Beverages: - Auftragseingang bei SIG Asbofill seit erfolgreicher Fachmesse im Herbst 2005 stark zunehmend; „Value Added Bottling“-Strategie beginnt sich auszuzahlen - EBIT-Marge des traditionellen Geschäfts (SIG Corpoplast und SIG Cantec) von 5 auf 6 Prozent gestiegen Generalversammlung 30. März 2006: - Heinrich Fischer, Götz-Michael Müller und Dr. Rudolf Wehrli zur Zuwahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen Der Umsatz des Kerngeschäfts von SIG (Continuing) stieg um 2 Prozent auf EUR 1 207 Mio. (2004: EUR 1 184 Mio.). Dieses Wachstum war in erster Linie auf die ausgesprochen dynamische Entwicklung der Division SIG Combibloc in den strategischen Zukunftsmärkten zurückzuführen, die sowohl das rückläufige Deutschlandgeschäft dieser Division wie auch den leichten Umsatzrückgang in der Division SIG Beverages mehr als kompensierte. Der stark ansteigende Auftragseingang von SIG Beverages gegen Ende 2005 und zu Beginn dieses Jahres zeigt jedoch, dass sich die «Value Added Bottling»-Strategie für SIG Beverages auszuzahlen beginnt. Die Fokussierung auf das Kartongeschäft und die „Value Added Bottling“-Aktivitäten wurde im vergangenen Jahr mit dem Verkauf der italienischen Einheiten Simonazzi, Comaco/Manzini und Alfa erfolgreich abgeschlossen. Das Betriebsergebnis (EBIT) 2005 wurde belastet durch den Ertragsrückgang bei der Division SIG Combibloc, die unter den massiv gestiegenen Rohmaterialpreisen und dem Preisdruck in Deutschland litt. Allein die Erhöhung der Rohmaterialpreise um EUR 25 Mio. reduzierte die EBIT-Marge dieser Division um 2 Prozent. Trotzdem lag der EBIT des Kerngeschäfts mit EUR 67 Mio. deutlich über dem durch Goodwillabschreibungen belasteten Vorjahreswert von EUR -14 Mio. Einen wesentlichen Beitrag zu diesem besseren Ergebnis steuerten die um beinahe die Hälfte auf EUR 15 Mio. reduzierten Corporate-/Services-Kosten bei. Ausserdem profitierte der Konzern von den im Vorjahr eingeleiteten Restrukturierungen und Kostensenkungsmassnahmen, durch die EUR 21 Mio. eingespart werden konnten. Der Free Cash Flow entwickelte sich sehr erfreulich und erreichte EUR 60 Mio. (2004: EUR 23 Mio.). Beide Divisionen trugen durch ein deutlich reduziertes Nettoumlaufvermögen wesentlich zu diesem Ergebnis bei. Trotz ungünstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen erzielte SIG mit EUR 47 Mio. (nach Restrukturierungskosten) den höchsten Gewinn seit 2000. Dieser Gewinnanstieg war neben den operativen Verbesserungen auch auf ein verbessertes Finanzergebnis, tiefere Steuern und einen Devestitionsgewinn aus dem Verkauf der italienischen Einheiten zurückzuführen. Die operativen Verbesserungen und die klare strategische Ausrichtung auf die schnell wachsenden Zukunftsmärkte werden SIG bereits im laufenden Jahr neue Wachstums- und Ertragsimpulse geben. Aufgrund der gestiegenen Ertragskraft sowie des deutlich höheren Free Cashflow schlägt der Verwaltungsrat der am 30. März 2006 stattfindenden Generalversammlung vor, die Gewinnausschüttung in Form einer Nennwertreduktion von CHF 4.- pro Aktie (von CHF 10.- auf CHF 6.-) signifikant zu erhöhen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 36,4 Prozent, was im Rahmen der zukünftig vorgesehenen Bandbreite von 30 bis 40 Prozent liegt. Darüber hinaus hat SIG im Januar ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu CHF 100 Mio. gestartet. Es ist vorgesehen, das Programm bis zur Generalversammlung 2007 abzuschliessen. Wie bereits bekannt gegeben, schlägt der Verwaltungsrat von SIG der Generalversammlung am 30. März 2006 die Zuwahl von drei hoch qualifizierten und erfahrenen Persönlichkeiten vor: Heinrich Fischer, CEO von Saurer AG, Götz-Michael Müller, bis Ende 2005 Geschäftsführer von Coca Cola Deutschland und Dr. Rudolf Wehrli, CEO von Gurit-Heberlein. SIG Combibloc – weltweit die Nummer 2 im globalen Wachstumsmarkt für Kartonpackungen Während im deutschen Markt ein Umsatzrückgang zu verzeichnen war, entwickelten sich die Wachstumsmärkte in China, Südostasien, Osteuropa sowie im Nahen und Mittleren Osten/Afrika weiterhin sehr erfreulich. So verdoppelte sich zum Beispiel der Umsatz in China beinahe. Im Nahen und Mittleren Osten/Afrika stieg der Umsatz um rund 30 Prozent. Mit der Eröffnung eines neuen Packstoffwerks im November 2005 in Riad, Saudi-Arabien, trug SIG Combibloc denn auch dem Wachstumstrend in dieser Region Rechnung. Insgesamt konnte die Division ihren Umsatz um 2 Prozent auf EUR 1 097 Mio. (2004: EUR 1 075 Mio.) steigern. Die Division wird mit weiteren Investitionen in die boomenden Wachstumsmärkte ausserhalb Europas die heutige Abhängigkeit vom deutschen Markt in den nächsten zwei Jahren stark reduzieren. Der Umsatzrückgang in Deutschland von 11 Prozent war auf den anhaltend schwachen Konsum – statt hochwertiger Säfte wurden vermehrt Schorlen, Wasser und Wasser mit Zusätzen konsumiert – sowie auf den durch Monolayer-PET-Flaschen (ohne Barriereeigenschaften) verursachten Preisdruck im deutschen Getränkehandel zurückzuführen. Da in Deutschland das Saftsegment für SIG Combibloc eine überproportionale Bedeutung hat, war die Division von dieser deutschen Spezialsituation im Jahr 2005 stark betroffen. In allen anderen wichtigen Märkten spielt das Saftsegment für SIG Combibloc eine deutlich kleinere Rolle. Erfreulich entwickelte sich der noch junge Geschäftsbereich Kartonpackungen für Nahrungsmittel. Der Umsatz im margenstarken Bereich „aseptische Kartonpackungen für Suppen und Saucen“ erreichte vor allem aufgrund der sich gut entwickelnden Märkte in den USA und Frankreich im vergangenen Jahr über EUR 74 Mio. Diese Markterfolge bestätigen die im vergangenen November beschlossene Strategie, das Segment Kartonpackungen für Nahrungsmittel zum zweiten starken Standbein der Division SIG Combibloc aufzubauen. Trotz erheblicher operativer Verbesserungen fiel der EBIT der Division aufgrund der deutlich gestiegenen Rohmaterialkosten und des Preisdrucks im deutschen Handel auf EUR 95 Mio. (nach Restrukturierung: EUR 86 Mio.; 2004 nach Restrukturierung: EUR 111 Mio.). Allein der gestiegene Polyäthylen (PE)-Preis reduzierte die Marge um 2 Prozent. Ohne diese Belastung hätte die EBIT-Marge 2005 wie in den vergangenen fünf Jahren die 10-Prozentschwelle überschritten. Der Investitionsaufwand lag trotz der Investitionen in die Packstoffproduktion mit EUR 133 Mio. leicht unter dem Vorjahresniveau (2004: EUR 138 Mio.). Um SIG Combibloc zukünftig besser und effizienter als global operierende Division führen zu können und dabei die Standardisierung von Prozessen voranzutreiben, wurde die bisher regionale Struktur in eine funktionale Organisation übergeführt. Diese ist seit Januar 2006 in der gesamten Division implementiert. Damit werden nun die vier Funktionen Market Operations (Marketing, Vertrieb, Service), Sleeves Operations (Kartonproduktion und Verschlüsse), Equipment Unit (Füllerproduktion) und Research & Development (Forschung & Entwicklung) als globale Einheiten zentral gesteuert. SIG Beverages – „Value Added Bottling“-Strategie beginnt sich auszuzahlen Obwohl der Geschäftsgang in der zweiten Jahreshälfte zunehmend an Fahrt gewann und insbesondere die Monate November und Dezember sehr erfreulich verliefen, konnte die Division SIG Beverages den Umsatzrückstand aus der ersten Jahreshälfte nicht mehr ganz aufholen. Der Umsatz 2005 nahm um 6 Prozent auf EUR 125 Mio. ab (2004: EUR 133 Mio.). Hingegen konnte aufgrund weiterer Effizienzsteigerungen die EBIT-Marge des traditionellen Geschäfts von 5 auf 6 Prozent erhöht werden. Dies ermöglichte der Division, trotz gestiegener Investitionen in die Zukunftstechnologien SIG Asbofill und SIG Plasmax ein positives Ergebnis zu erzielen. Die Investitionen in SIG Asbofill und SIG Plasmax sowie die Fokussierung auf die „Value Added Bottling“-Strategie (hochwertige Lösungen für den Kunststoffflaschenmarkt) begannen erste Früchte zu tragen. Der Auftragseingang bei SIG Asbofill hat nach der Münchner Fachmesse drinktec im Herbst 2005 sprunghaft zugenommen. Im Monat November wurden alleine fünf aseptische Füller verkauft. Diese starke Nachfrage setzt sich auch im laufenden Jahr fort, wobei vermehrt auch SIG Asbofill- und SIG Corpoplast-Systeme als integrierte Gesamtlösung verkauft werden. Bei SIG Plasmax galt das Augenmerk 2005 der Optimierung der Technologie. So wurden beispielsweise bei einem Kunden in Japan während nahezu eines Jahres in einem 3-schichtigen Produktionsbetrieb PET-Flaschen beschichtet. Das Interesse an der innovativen Beschichtungstechnologie von SIG Plasmax insbesondere in der Bier- und Saft-abfüllenden Industrie ist nach wie vor sehr gross. Im laufenden Jahr werden denn auch die Industrialisierung und damit der breite Markteintritt der Plasmax-Technologie angestrebt. Ausblick 2006 – Strategische Zukunftsmärkte unterstützen Wachstum SIG Combibloc: Wie SIG bereits im letzten November mitteilte, wird es im deutschen Markt in diesem und im nächsten Jahr voraussichtlich zu einer Teilsubstitution der Kartonverpackungen durch Monolayer PET-Flaschen im Segment für fruchthaltige Getränke und Tees kommen. Dadurch dürfte sich der bisher sehr hohe Anteil von rund 60 Prozent nicht-karbonisierter Erfrischungsgetränke in Kartonpackungen in Deutschland dem europäischen Durchschnittsniveau von 40 bis 50 Prozent annähern. Das Milchgeschäft hingegen dürfte dank der Wettbewerbsvorteile mit dem neuen Verschluss combiSwift zulegen. Aufgrund der strukturellen Marktveränderung im Saftsegment begann SIG bereits Ende letzten Jahres mit der Planung von Kapazitätsanpassungen in Europa. Die freiwerdenden Infrastrukturen sollen kostenschonend in die dynamischen Wachstumsmärkte verlagert werden. Ein Teil der Restrukturierungskosten wurden dem Ergebnis 2005 belastet, der Rest fällt im Jahr 2006 an. Diese Kapazitätsanpassung wird sich bereits 2006 positiv auf den Cashflow auswirken und ab 2007 zu jährlichen Kosteneinsparungen im zweistelligen Millionenbereich führen. Trotz der genannten Absatzschwäche in Deutschland rechnet die Division SIG Combibloc für 2006 mit einem Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent. Dies ist in erster Linie auf die weiterhin boomenden Märkte in Asien, China, Naher und Mittlerer Osten/Afrika sowie neu auch Südamerika zurückzuführen, in welchen SIG Combibloc deutlich schneller als der Markt wächst. Aber auch im restlichen Westeuropa, in Osteuropa sowie in den USA wird mit einem robusten Wachstum gerechnet. Das Segment Nahrungsmittelpackungen soll weiter zum zweiten Standbein der Division ausgebaut werden. Dabei wird 2006 der grösste Umsatzbeitrag vom bereits etablierten Anwendungsbereich der aseptischen Kartonpackungen für Suppen und Saucen kommen. Für den neuen, im letzten November angekündigten Anwendungsbereich in diesem Segment – Kartonpackungen für Gemüse und Früchte – wird im laufenden Jahr mit Pilotprojekten die Industrialisierung der Füllermaschine vorbereitet. Aufgrund der Investitionen in diese neue Technologie, der Spezialsituation in Deutschland sowie der wohl kaum nachgebenden hohen Rohmaterialpreise wird die EBIT-Marge der Division 2006 voraussichtlich etwas unter dem Niveau von 2005 bei rund 8 Prozent (vor Restrukturierung) liegen. Ein zentrales Projekt der Forschung & Entwicklung ist es denn auch, den PE-Anteil in der Kartonpackung in den kommenden Jahren soweit wie möglich weiter zu reduzieren. SIG Beverages: In der Division SIG Beverages wird mit einem soliden Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent gerechnet. Die stärkste Nachfrage dürfte wie 2005 aus den Regionen Nordamerika, Asien und Russland kommen. Sollte sich die in den ersten zwei Monaten dieses Jahres feststellbare positive Entwicklung insbesondere bei SIG Asbofill fortsetzen, ist auch ein deutlich stärkeres Wachstum dieser Division möglich. Wie in den vergangenen Jahren wird der Ertrag dieser Division vollständig in den Auf- und Ausbau des Geschäfts von SIG Asbofill und SIG Plasmax investiert, wobei geplant ist, dass SIG Asbofill im laufenden Jahr erstmals ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht. Konzern: Entsprechend der erwarteten Entwicklung in den Divisionen wird 2006 der Umsatz auf Konzernstufe um 3 bis 5 Prozent zunehmen, während die EBIT-Marge mit 5 bis 6 Prozent (vor Restrukturierung) leicht unter dem Vorjahreswert liegen wird. Mittelfristig wird SIG vor allem mit der Division SIG Combibloc vom steigenden Umweltbewusstsein der Konsumenten und einer verbesserten Pfandregelung in Deutschland profitieren. Die ökologischen Eigenschaften des Kartons, insbesondere dessen Recyklierbarkeit und das Nachwachsen seines wichtigsten Ausgangsstoffs Holz, werden in Zukunft das Einkaufsverhalten der Konsumenten auf der ganzen Welt vermehrt zugunsten des Karton beeinflussen. Das im Januar 2006 gestartete Aktienrückkaufprogramm in der Höhe von bis zu CHF 100 Mio. läuft längstens bis zur Generalversammlung im April 2007. Die Eigenkapitalquote 2006 wird sich in etwa auf dem Vorjahresniveau von 35 Prozent bewegen. News Übersicht >> |